Nicht nur die Piazza dei Miracoli mit ihrem imposanten Gebäudeensemble aus Dom, Baptisterium, Camposanto und dem bekanntesten Wahrzeichen von Pisa, dem Campanile, ist eine Besichtigung wert.

Etwas außerhalb, auf halbem Weg zwischen dem historischen Zentrum von Pisa und dem Badeort Marina die Pisa, versteckt sich eine Sehenswürdigkeit, die in vielen Reiseführern nicht so gewürdigt wird, wie es ihrer Bedeutung zukommt. Die Grundsteine für die frühchristliche Basilika ´ wurden dort gelegt, wo zu Zeiten des Römischen Reiches der Hauptarm des Flusses Arno in eine Lagune mündete. Der Apostel Simon Petrus, nach römisch-katholischer Auffassung erster Papst des Christentums, soll hier bei seiner Missionsreise ins heidnische Rom erstmals den Fuß auf italienischen Boden gesetzt haben und später Bischof der ersten Christengemeinde in Rom geworden sein. Unter Nero widerfuhr ihm das gleiche Schicksal, das bekennenden Christen im Rom des ersten Jahrhunderts nach der Zeitenwende drohte: er starb den Märtyrertod am Kreuz. Die Kirche San Piero a Grado erhielt ihre Namensgebung zu seinem Andenken. Archäologische Grabungen haben nachgewiesen, dass einzelne Bauelemente von San Piero a Grado aus unterschiedlichen Epochen stammen. Die ursprüngliche Kirche wurde auf den Fundamenten eines antiken römischen Hafens errichtet, von dem noch Überreste erkennbar sind. Auf das 4. Jh. wird die erste Apsis der Urkirche datiert und im 7. Jh. scheinen die Apsiden bei einem Kirchenumbaus komplettiert worden zu sein. In heutiger Form und Größe wurde die Basilika aus Tuffstein und Marmor als Überbauung der vormaligen Kirche dann im 11. Jahrhundert fertig gestellt. Im Inneren wurde das Gotteshaus rund 200 Jahre später mit einem Freskenzyklus durch einen Luccheser Künstler ausgeschmückt. Gut erhalten geblieben sind die Wandmalereien im Mittelschiff. Sie zeigen Stationen aus dem Leben des Heiligen Petrus und Motive der Apostelgeschichte sowie Darstellungen einiger römischer Päpste aus der Zeit der Jahrtausendwende. Die Fresken der beiden Seitenschiffe sind den Einflüssen der Zeit und verschiedenen Umbaumaßnahmen zum Opfer gefallen. Kunsthistorisch interessant sind auch die Säulen, die im Kirchenbau von San Piero gesetzt wurden. Sie stammen aus früheren römischen Gebäuden, denen sie bereits vorher Statik verliehen hatten und dokumentieren durch unterschiedlich große Bögen die verschiedenen Entstehungszeiten, architektonische Planänderungen und Bauetappen. Entsprechend sind auch verschiedene Stilformen antiker Kapitelle zu bewundern: Korinthische Säulenköpfe mit ihren typischen Akanthusblättern wechseln sich ab mit Kapitellen dorischer Ordnung und Säulen mit Merkmalen syrischer Bauweise. Der aus dem 12. Jahrhundert stammende Glockenturm wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und später nur noch als Rumpf aufgebaut.
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Sehenwürdigkeiten rund um San Piero a Grado

Nicht weit weg bei Calci findet man die Certosa di Pisa - eine Klosteranlage aus dem Jahr 1366, die man auch im Inneren anschauen sollte und auch seinen Eintritt wert ist. Neben dem Kloster befindet sich das Museum Museo di Storia Naturale e del Territorio der Universität Pisa.

Bilder zu San Piero a Grado

San Piero a Grado Frontansicht San Piero a Grado Campanile San Piero a Grado Seitenansicht
San Piero a Grado Innen San Piero a Grado Innen1 San Piero a Grado Säulen

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